Einführung & Systemüberblick

Das mS3 PIM-System (Product Information Management) ist Bestandteil der MediaSolution3-Plattform und dient der zentralen, medienneutralen Verwaltung von Produktinformationen für digitale und Druck-Ausgabekanäle.

Es ist modular aufgebaut und unterstützt eine durchgängige Verarbeitung und Publikation von Produktdaten für Print, Web und Drittplattformen.

Mit Version 6.8 bietet das System eine noch stärkere Automatisierung bei der Datenpflege, flexiblere Strukturebenen und optimierte Schnittstellen für Importe, Übersetzung und Datenverteilung. Eine tiefere Integration mit mS3 Publish ermöglicht die dynamische Erstellung hochwertiger Kataloge und Broschüren.

mS3 PIM Menüleiste

mS3 PIM gliedert sich in folgende Hauptbereiche.

Komplette Menüleiste

Daten-Bereiche

iMAM (Farbe Hellblau)

Stammdaten (Farbe Grün)

Beschreibung: Daten aus ERP-/Drittsystemen, meist read-only
Sprachlich wird im Deutschen das Wort “Stammdaten” verwendet. Im englischen Sprachgebrauch wird dieser Bereich mit dem Begriff “Masterdata” bezeichnet.

Sortiment (Farbe Orangegelb)

Beschreibung: Strukturierung, Datenpflege und Anreicherung mit weiteren Informationen Sprachlich wird im Deutschen das Wort “Sortiment” verwendet. Im englischen Sprachgebrauch wird dieser Bereich mit dem Begriff “Assortment” bezeichnet.

Publikation (Farbe Pink)

Beschreibung: meist mehrere, Medien- oder kanalbezogene Publikationen mit jeweils eigener Strukturierung, Datenselektion und Sortierung
Sprachlich wird im Deutschen das Wort “Publikation” verwendet. Im englischen Sprachgebrauch wird dieser Bereich mit dem Begriff “Publication” bezeichnet.

Exporte und Generatoren (Farbe Violett)

Beschreibung: Erstellung von Printdaten, Webexports, APIs etc.

PIM Module (Farbe Violett)

Beschreibung: Erstellung von Printdaten, Webexports, APIs etc.

Diese Bereiche sind farblich gekennzeichnet und logisch voneinander getrennt. Die medienneutrale Datenhaltung sorgt für redundanzfreie Pflege bei gleichzeitig kanalindividueller Darstellung.

Datenmodell und Pflegebereiche

Die in Version 6.8 eingesetzte Datenmodellierung basiert auf einem dreistufigen Pflege- und Publikationskonzept. Dieses ermöglicht maximale Flexibilität in Struktur, Inhalt und Ausgabeformaten:

1. Stammdaten (Importbereich):
   - Artikel und Grunddaten aus ERP- oder Lieferantensystemen
   - Pflege erfolgt meist extern; im PIM nur lesend verfügbar
   - Import über das mS3 ImportCenter, inkl. automatisierbarem Zeitplan
   - in der Menubar im linken Bereich

2. Sortiment (Pflegebereich):
   - Objekte werden strukturiert in Ebenen und Hierarchien (Struktur) gepflegt
   - Verwendung von Attributsets zur Definition der relevanten Merkmale
   - Unterstützung durch Anzeigegruppen, Matrixpflege und Textkonserven
   - Pflege erfolgt zentral – strukturiert und medienneutral
   - Sortimentsdaten sind die zentrale Quelle für Publikationen
   - in der Menubar im mittleren Bereich, nach Stammdaten

3. Publikation (Ausgabe- & Exportbereich):
   - Strukturierte Zusammenstellung von Objekten aus dem Sortiment
   - Möglichkeit zur Anpassung von Inhalten (z. B. Text, Bild)
   - „Nachführen“-Funktion zur Synchronisierung mit Sortimentsstand
   - Export-Jobs für PDF, InDesign, XML, CSV etc.
  - in der Menubar im im rechten Bereich, nach Sortiment

Zusätzlich existiert ein vierter Bereich (Exportkontrolle) mit Funktionen für:

  • Exportüberprüfung (XML, Printgenerierung)
  • Steuerung von Generatorläufen und Fehlerkontrollen

Dieses Modell unterstützt sowohl einfache Produktdatenpflege als auch komplexe Multikanal-Publikationen.

Benutzeroberfläche & Navigation

Die Benutzeroberfläche von mS3 PIM ist funktional nach Bereichen gegliedert. Über die horizontale Hauptnavigation können Benutzer direkt auf die Bereiche Stammdaten, Sortiment und Publikation zugreifen. Im Menü “Verwaltung” sind diverse Administrationsaufgaben zusammengefasst.

Funktionen der Oberfläche innerhalb eines Bereichs (iMAM, Stammdaten, Sortiment und Publikation) zum Bearbeiten von Daten:

  • Strukturbaum: Zeigt die Struktur des aktuellen Bereichs an (z. B. Sortimentsstruktur).
  • Objektliste: Darstellung der untergeordneten Elementen des markierten Strukturknotens.
  • Detailansicht: Reiter Details: Darstellung (keine Pflege) aller Attribute des in der Objektliste markierten Objekts. In weiteren Tab-Reitern wird der Status des markierten Objekts sowie seine Zuordnungen in die verschiedenen Bereiche angezeigt (Verwendungsnachweis: “Verwendung Stammdaten”, “Verwendung Sortiment”, “Verwendung Publikation”)
  • Bearbeitungsmaske: Formularansicht zur Datenpflege eines selektierten Objekts. Für eine bessere Übersicht bei vielen Attributen können die Attribute mit Hilfe von manuell definierten Anzeigegruppen oder Teilattributsets in mehrere Tab-Reiter untergliedert werden (z. B. für Bilder und Mediendaten, technische Daten, Web-relevante Daten usw.)
  • Matrixpflege: Tabellarische Ansicht für einen effizienten Vergleich und die Massenbearbeitung mehrerer Objekte.

In den Stammdaten gibt es keinen Strukturbaum. Die anderen 3 Oberflächenelemente sind aber auch in diesem Bereich zu finden.

Die Navigation innerhalb der Ebenen erfolgt hierarchisch per Klick auf Strukturknoten. Per Doppelklick oder Kontextmenü gelangt man zur Objektbearbeitung. Die Oberfläche bietet Filter, Suche, Spracheinstellungen sowie kontextabhängige Werkzeuge in der Toolbar.

Attribute und Attributsets

Attribute bilden die Grundlage der Datenpflege im mS3 PIM-System. Alle Eigenschaften von Produkten und Strukturknoten werden in unterschiedlichen Attributen gepflegt. Attribute sind in jedem der 4 Pflegebereiche für jede Objektebene definierbar.
Alle Attribute, die für die Pflege der Eigenschaften eines Objekts benötigt werden, werden in einem Attributset oder wahlweise in mehreren Teil-Attributsets zusammengefasst. In den Attributsets wird auch die Reihenfolge der Attribute in der Pflegemaske vordefiniert. Die Pflegemasken für Attribute und Attributsets sind als eigene Icons ebenfalls im oberen Bereich der Menüleiste für jeden Pflegebereich verfügbar.

Formate (Typen) von Attributen:

  • Ganzzahl (inkl. definierbarer Zahlenformatierung)
  • Kommazahl (inkl. definierbarer Zahlenformatierung)
  • Unformatierter Text
  • Formatierter Text (HTML-formatiert, aber medienneutral interpretiert), Bearbeitung in eigenem Editor-Fenster
  • Media-Referenz (zur Verlinkung von iMAM-Assets)
  • Freie Tabelle (um beliebige Tabellenstrukturen zu definieren, meist unabhängig von weiteren Attributen)
  • Berechnet (über hinterlegte Formeln)

Für jedes Attribut dieser Formate kann eingestellt werden, ob die Attributwerte sprachabhängig (meist bei Textattributen oder Media-Referenzen) oder sprachneutral gepflegt werden sollen. (Berechnete Attribute werden immer sprachabhängig angelegt.) Wenn die Definition sprachabhängig gewählt wird, kann bei der Datenpflege in jeder Sprache bei Bedarf ein unterschiedlicher Attributwert gepflegt werden.

Bei Ganzzahl und Kommazahl-Attributen können zusätzlich folgende vordefinierte Eigenschaften zugeordnet werden:

  • Zahlenformat (für eine einheitliche Ausgabe der Zahlenwerte bezüglich Dezimaltrennzeichen, Tausender-Trennzeichen, Anzahl der angezeigten Dezimalstellen, Rundungsverhalten. Zahlenformate können wahlweise auch sprachabhängig definiert werden, z. B. um in unterschiedlichen Sprachen wahlweise Komma oder Punkt als Dezimaltrennzeichen ausgeben zu können)
  • Attribut-Einheit (z. B. m oder mm oder kg, wahlweise ebenfalls sprachabhängig definierbar)

Bei Textattributen gibt es noch folgende Zusatzmöglichkeiten:

  • Textkonserve (List of Values: Vordefinierte Text-Werte, welche nur referenziert werden. Mit der Einstellung “Textkonserve” kann eine Textkonserve aus allen Kategorien, z.B. Farbe, Material usw., ausgewählt werden)
  • Auswahlliste (selbe Funktion wie Textkonserven, aber die Werte können genau aus einer vordefinierten Kategorie (= Auswahlliste), wie z.B. Farbe, ausgewählt werden. Diese Kategorie wird beim jeweiligen Attribut zugeordnet)

Weitere Eigenschaften von Attributen:

Zusätzlich können bei der Anlage von Attributen noch einige weitere Eigenschaften (Metadaten) definiert werden. Diese sind bei allen Attributtypen identisch vorhanden. Diese Maske der Attribut-Details kann durch Doppelklick auf ein Attribut in der Attributliste (= “Bearbeiten”) oder durch die Funktion “Neu” angezeigt werden:

  • Name des Attributs (immer sprachneutral): über diesen eindeutigen Namen erfolgt in der mS3-Oberfläche jede Suche und Zuordnung von Attributen
  • Bezeichnung (sprachabhängig); wenn eine Bezeichnung in einer Sprache angegeben wird, wird in der Regel diese für die Ausgabe der Attribute genutzt, ansonsten wird der sprachneutrale Attributname ausgegeben
  • Beschreibung: hier kann der genaue Verwendungszweck eines Attributs beschrieben werden (sprachneutral)
  • Beschreibung 2: weitere Bezeichnungsmöglichkeit für Attribute (sprachneutral, z. B. um eine Abkürzung für das Attribut in schmalen Tabellenspalten zu definieren)
  • Tabellenkopfbild: hier kann ein Bild (typischerweise ein Icon) hinterlegt werden, das wahlweise anstelle der Attributbezeichnung im Kopf einer Tabellenspalte dargestellt werden kann
  • Code_kurz: Eintragungsmöglichkeit für einen kodierten Namen eines Attributs (z. B. aus Klassifikationssystemen, Details siehe im Abschnitt Klassifikationssysteme)
  • Code_lang: optional für die Langform einer externen Attributkodierung (z. B. der komplette IRDI-Code in der Klassifizierung ECLASS)
  • Bezeichnung extern (sprachabhängig): optional für zusätzliche Bezeichnungen von Attributen, die aus externen Systemen stammen, z. B. aus Klassifikationssystemen. Diese externe Bezeichnung kann durch einen eigenen gepflegten Wert bei Bezeichnung überschrieben werden.

Weitere allgemeine Eigenschaften der Attribute im Reiter “Allgemein”:

  • “Suche” (Checkbox): Wenn diese Checkbox angehakt ist, können die Werte dieses Attributs einfacher gesucht werden (ohne Eingabe eines Attributnamens). Diese Zuordnung empfiehlt sich bei wichtigen Attributen zur Identifizierung von Objekten, z. B. der Artikelnummer oder einer Artikelbezeichnung. Es sollten aber aus Performance-Gründen nur wenige Attribute mit dieser Checkbox markiert werden.
  • “Stammdaten”: Attribute, bei denen diese Checkbox angehakt wird, gelten in mS3 als Stammdaten-Attribute: sie sind automatisch im Stammdatenbereich verfügbar, sind im Sortimentsbereich in der Regel automatisch schreibgeschützt (da Pflegehoheit in einem externen System, z. B. ERP) und die Werte werden dort in grüner Schrift angezeigt.
  • “Geschützt” (Checkbox): Ist diese Checkbox gesetzt, kann ein Attribut nur noch im Stammdatenbereich, aber nicht mehr im Sortiment oder der Publikation gepflegt und geändert werden. Wird in der Regel bei allen Stammdatenattributen automatisch gesetzt (In Abhängigkeit einer Grundeinstellung von mS3).
  • “Dauerhaft überschreibbar” (Checkbox, untergeordnete Einstellung von Geschützt): Mit dieser Einstellung sind Attribute zwar grundsätzlich schreibgeschützt, können aber trotzdem im Sortiment oder einer Publikation selektiv überschrieben werden (gilt für Stammdaten-Attribute und Sortimentsattribute in Publikationen). Attributwerte werden daher in diesen Bereichen mit schwarzen Werten angezeigt. Hinweis: ein einmal überschriebener Attributwert behält diesen überschriebenen Wert, unabhängig von möglichen Änderungen der Quellwerte, z. B. der ERP-Werte. Wenn ein überschriebener Wert wieder gelöscht wird, werden mit der nächsten Nachführung die Quellwerte wieder eingetragen.
  • “mS3 Publish” (Checkbox): Attribute mit dieser Checkbox werden immer in Exporten von mS3 Publish ausgegeben. Hinweis: Zusätzlich kann auch in der Definition von Kategorisierungsgruppen die Checkbox “mS3 Publish” gesetzt werden. Dann werden alle Attribute, die einer solchen Kategorisierung zugeordnet sind, in mS3 Publish exportiert, die Einzelattribute brauchen die Checkbox “mS3 Publish” dann nicht gesetzt zu haben.
  • “Strukturanzeige” (Checkbox): Hiermit kann definiert werden, dass dieses Attribut genutzt wird, um die Daten der Objekte im Strukturbaum anzuzeigen. Hierfür können maximal 3 Attribute genutzt werden (erst nach Auswahl der Position in der nachfolgenden Auswahlliste), die dann hintereinander angezeigt werden. Hinweis: ab Vers. 6.8 können hierfür auch Berechnete Attribute genutzt werden.

Attributsets

Alle Attribute eines Objekttyps (z. B. Ebene 1 oder Artikel) werden in einem oder mehreren Attributsets gruppiert. Daher sind Attributsets immer ebenenspezifisch definiert. Jedes Objekt in mS3 benötigt mindestens ein Attributset. Attribute können nur dann in der Datenpflege gepflegt werden, wenn das Attribut mindestens einem Attributset zugeordnet ist. Ein Attribut kann aber grundsätzlich beliebig vielen Attributsets zugeordnet werden.

Eigenschaften von Attributsets:

  • Zuweisung erfolgt automatisch oder manuell
  • (Teil-) Attributsets können nach Nutzungsbereichen (Pflege, ERP, Webshop etc.) gegliedert werden
  • Unterschiedliche Teilattributsets erlauben unterschiedliche Pflegekontexte
  • Teilattributsets werden in der Datenpflege automatisch als jeweils eigene Reiter angezeigt (analog wie manuelle Anzeigegruppen)

Teilattributsets:

Teilattributsets stellen eine optionale Strukturierungsmöglichkeit der Attributsets dar, die die Pflege und Anpassung von Attributsets wesentlich erleichtert. Klassisch und in der Vergangenheit durchgängig verwendet, ist die Zuweisung eines kompletten Attributsets pro Objekt. Mit den Teilattributsets wird eine Art Baukastensystem für Attributsets hinterlegt. Das bedeutet, dass es übergreifend gültige Attributset-Typ(en) gibt und produktgruppenspezifische Attributsets. Dabei ist darauf zu achten:

  1. Einem Attributsettyp können ein oder mehrere Attributsets zugewiesen werden.
  2. Wenn zu einem Attributsettyp nur genau ein Attributset hinterlegt ist, wird dieses bei allen Objekten der konfigurierten Ebene automatisch (ohne manuelles Eingreifen) zugewiesen.
  3. Anlage
    1. Die benötigten Attributssettypen sind in der Verwaltung anzulegen und zu benennen.
    2. Anschließend sind in der Ebenendefinition im zweiten Tab der gewählten Ebene (“Attributset Typen”) alle benötigten Attributsettypen auszuwählen, welche für diese Ebene relevant sind. Zusätzlich kann mit den Pfeiltasten rechts die Reihenfolge der Attributsettypen in der Datenpflege festgelegt werden (wenn dort alle Attribute angezeigt werden). Zusatzinformation: Die Ebenendefinition ist ein weiterer Punkt in der Menüleiste im entsprechenden Datenpool (Sortiment und Publikation) und wird für die Konfiguration und Benennung der generell für eine weiterführende Strukturdefinition verfügbaren Ebenen benötigt.
  4. Hinweise:
    1. Teilattributsets werden automatisch in der Bearbeitungssicht als Tab dargestellt und unterstützen bei einer effizienten Datenpflege.
    2. Teilattributsets sind bei der Nutzung von Klassifikationen relevant können aber auch ohne die Nutzung von Klassifikationen einen wesentlichen Mehrwert bringen.
    3. Wesentliche Vereinfachungen gibt es, wenn es in einer Ebene viele Attributsets gibt, die in ihrem Stamm die selben Attribute haben. Durch Teilattributsets können diese gleichbleibenden Attribute in ein Basis-/Default-Attributset gegeben werden. Dadurch muss eine Anpassung (z.B. Entfernung eines der gleichbleibenden Attribute) nur bei einem statt bei den initialen vielfachen Attributsets durchgeführt werden.

Pflegehinweise:

  • Jeder Artikel muss mindestens ein Attributset zugewiesen bekommen
  • Sets können in Anzeigegruppen für die Pflege strukturiert werden
  • Berechnungen zwischen Attributen sind über Formeln möglich

Die Attributlogik ist zentral für das Zusammenspiel von Sortimentsstruktur, Medieneinsatz und Publikationsinhalten.

Medienverwaltung (iMAM)

Das integrierte Media Asset Management (iMAM) ist die zentrale Verwaltungsstelle für sämtliche medienbezogenen Inhalte im mS3 PIM-System. Es ermöglicht die strukturierte Ablage, automatische Umwandlung und gezielte Verknüpfung von Mediendateien.

Hauptfunktionen:

  • Verwaltung von Bilddateien, CAD-Zeichnungen, PDFs, Montageanleitungen u. v. m.
  • Erstellung sogenannter „Assets“ beim Upload
  • Automatische Konvertierung von Assets in mehrere Varianten – etwa in unterschiedliche Bildformate wie Original, Web oder Print.

Variantensteuerung:

  • Media-Varianten werden auf Basis vordefinierter Presets erstellt (Format, Auflösung, Farbprofil etc.)
  • Beispiele: weboptimiertes JPEG mit 1000px Breite, hochauflösendes TIF für Print, PNG mit Alphakanal

Zuweisung zu Objekten:

  • Medien werden über Attribute vom Typ „Media-Referenz“ zugeordnet
  • Die Referenz verweist auf das Asset, nicht auf eine konkrete Variante
  • Die jeweils benötigte Variante wird zur Laufzeit automatisch anhand des Exportkonfiguration gezogen

Besonderheiten:

  • Automatische Wiedererkennung von Duplikaten
  • Integration mit Publikationsprozessen (z. B. QR-Codes, Icons, technische Zeichnungen) durch den PDF Roundtrip Prozess

Objektverknüpfungen & Verweise

Verweise sind definierte Beziehungen zwischen PIM-Objekten. Sie ermöglichen die Darstellung von Zusammenhängen wie Zubehör, Alternativprodukten oder passenden Kombinationen.

Verweistypen:

  • Zubehör / Ergänzungsartikel
  • Ersatzteile / Nachfolgeprodukte
  • Logische Zusammengehörigkeiten (z. B. „passt zu …“, „Anschlussartikel“, „wird benötigt für …“)

Konfiguration & Pflege:

  • Verweistypen werden systemweit über die Verwaltung definiert
  • Verknüpfungen können an jedem Objekt gepflegt werden
  • Optional: bidirektionale Anzeige und automatische Rückverweise

Anwendung:

  • Im Webshop für kontextbezogene Produktempfehlungen
  • In Katalogen zur Darstellung verwandter Produkte
  • In Generatorprozessen zur automatisierten Erstellung von Listen, Tabellen oder Auswahlhilfen

Verweise bieten eine flexible Möglichkeit, Produktwissen im System abzubilden und über Kanäle hinweg nutzbar zu machen.

Sortimentspflege & Bearbeitungsfunktionen

Der Sortimentsbereich ist das Herzstück der Datenpflege im mS3 PIM-System. Hier werden Produktdaten angereichert, strukturiert und für die verschiedenen Ausgabekanäle vorbereitet.

Pflegearten im Sortiment:

  • Standardbearbeitung: Bearbeitung eines Objekts über die Attributmaske
  • Matrixpflege: Tabellenansicht zur Bearbeitung mehrerer Objekte gleichzeitig
  • Mehrere bearbeiten: Kontextfunktion zur gleichzeitigen Änderung bestimmter Werte
  • Nachführen: Synchronisation von Werten aus den Stammdaten (nur bei Stammdaten-Objekten und -Attributen)
  • Excel Export & Re-Import (Lizenzpflichtig): Export der ausgewählten Daten in ein Excel Sheet zur Nutzung von Excel Funktionalitäten und anschließendem Import in mS3 PIM

Hilfsfunktionen:

  • Anzeigegruppen: Gruppierung von Attributen (z. B. „Beschreibung“, „Medien“, „Technik“)
  • Ebenensicht: Darstellung aller Objekte gleicher Ebene im Sortiment zur globalen Bearbeitung
  • Wertübertragung: Kopieren von Werten zwischen Objekten

Schutzmechanismen:

  • Geschützte Werte sind nicht editierbar
  • Pflege wird durch Benutzerrechte und Attributdefinition eingeschränkt

Die Sortimentspflege ist die zentrale Datenquelle für alle medienneutralen Inhalte und bietet durch die strukturierte Bearbeitungslogik maximale Effizienz und Konsistenz.

Pflege innerhalb des mS3 PIM Workflows

Um ein Objekt von einem Datenpool (Stammdaten, Sortiment oder Publikation) in einen anderen zu verschieben stehen neben automatischen Prozessen auch die manuelle Bearbeitung zur Verfügung. Dabei wird das Objekt an der Quelle (z.B. in den Stammdaten) ausgewählt und wird per Drag & Drop in der Zielstruktur (z.B. hier im Sortiment) hinzugefügt. Dabei ist der Ablauf wie folgt: Stammdaten -> Sortiment -> Publikation.

Dabei ist es hilfreich, die beiden Fenster (Stammdaten und Sortimentsstruktur oder Sortiment und Publikationsstruktur) nebeneinander darzustellen. Hierzu gibt es in dem Konfigurationsmenü “Fenster” (neben der Verwaltung) eine Einstellmöglichkeit, welche alle offenen Fenster nebeneinander darstellt. Wenn nur die zwei Fenster (Quell- und Zielort) geöffnet sind, werden diese schön nebeneinander dargestellt. Dann kann eine simple Auswahl (oder Mehrfachauswahl) der gewünschten Objekte erfolgen, welche dann per Drag & Drop an den gewünschten Zielort innerhalb der Struktur oder der Ebene hinzugefügt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Objekte von den Stammdaten nur in das Sortiment und vom Sortiment in eine der Publikationen übertragen werden können. Wenn mehrere Objekte ausgewählt werden sollen, ist das über die Detailansicht (nicht die Struktur) des ursprünglichen Orts (Quellort) zu tun.

Durch das Drücken der SHIFT Taste kann zudem gesteuert werden, ob die darunterliegende Struktur ebenfalls übernommen werden soll.

Publikationen & Generatoren

Der Publikationsbereich bildet die Brücke zwischen strukturierter Datenpflege und medien- bzw. ausgabeoptimierter Bereitstellung. Inhalte aus dem Sortiment werden hier strukturiert, aufbereitet und für Kanäle wie Print, Web oder elektronische Kataloge angepasst.

Merkmale der Publikationsstruktur:

  • Optional eigene Hierarchie unabhängig vom Sortiment (frei definierbar)
  • Objektverknüpfung per Drag & Drop oder über Strukturzuweisung
  • Lokale Überschreibung von Werten möglich (Text, Bild, Reihenfolge etc.)
  • Vererbung von Attributwerten mit Nachführ-Option

Generatoren (Ausgabeprozesse):

  • PDF-Generator: automatisierte Erstellung druckbarer Dokumente aufbauend auf Layout-Vorgaben
  • InDesign-Anbindung: Übergabe von strukturierten Daten an Templates
  • XML-/CSV-Generatoren: Export in standardisierte Austauschformate (z. B. BMEcat, CSV)
  • Webschnittstellen über JSON API (mS3 PIM API): Anbindung an Shopsysteme, Portale, Katalogplattformen

Datenfluss:

Stammdaten -> Sortiment -> Publikation -> Ausgaben (XML, Commerce, Publish)

Der Publikationsbereich ist bewusst vom Sortiment getrennt, um kanalabhängige Anpassungen ohne Einfluss auf die zentrale Datenhaltung zu ermöglichen.

Tabellen & Kategorisierungen

Tabellen dienen im mS3 PIM-System sowohl der systematischen Darstellung als auch der exportorientierten Gruppierung von Attributen. Sie spielen eine wichtige Rolle in Webshops, Konfiguratoren und technischen Dokumentationen.

Kategorisierungen:

  • Dienen der Gliederung von Attributen in logische Gruppen (z. B. „Technische Daten“, „Zulassungen“, „Ausführungen“, “Filterattribute”)
  • Erleichtern die strukturierte Darstellung in Exportschnittstellen
  • Können auf zwei Ebenen gepflegt werden:
      - Direkt im Attributset („Set-Kategorisierung“)
      - Abweichend je Objekt/Strukturknoten („ manuelle Kategorisierung (auf Objekt)“)

Tabellenausgaben:

  • In Printmedien werden Kategorisierungen zur automatisierten Tabellenbildung genutzt
  • Optional steuerbar über Anzeigereihenfolge, Überschriften, Spaltenlayout
  • In Webshops dienen Kategorisierungen der Filter- und Vergleichbarkeit

Die konsequente Pflege von Kategorisierungen erhöht die Wiederverwendbarkeit von Attributen und erleichtert die strukturierte Präsentation von Produktinformationen.

Textkonserven & Wiederverwendung

Textkonserven sind zentral gepflegte Textbausteine, die in beliebige Textattribute eingefügt werden können. Sie ermöglichen eine konsistente Beschreibung, reduzieren Redundanz und unterstützen Mehrsprachigkeit.

Einsatzbereiche:

  • Produktbeschreibungen (z. B. Einleitungstexte, Materialien, Anwendungen)
  • Farbbezeichnungen (z. B. „signalrot (RAL 3001)“)
  • SEO-Texte für Webausgabe

Eigenschaften:

  • Unterteilung in Kategorien (z. B. Farben, Einsatzbereiche, Funktionsbeschreibungen)
  • Optional sprachspezifisch pflegbar
  • Unterstützung von HTML-Formatierungen (sofern Attribut dies erlaubt)
  • Zentrale Pflege über Verwaltungsbereich „Textkonserven“

Vorteile:

  • Einheitliche Sprache und Schreibweise
  • Schnellere Pflege bei Varianten und Massendaten
  • Erhöhte Übersetzungsqualität durch zentrale Verwaltung

Die Nutzung von Textkonserven ist besonders empfehlenswert bei standardisierten Texten, sich häufig wiederholenden Beschreibungen und multilingualen Datenstrukturen.

Suche & Filter

Das mS3 PIM-System stellt leistungsfähige Such- und Filterfunktionen zur Verfügung, um gezielt mit großen Datenmengen zu arbeiten.

Suchoptionen:

  • Globale Suche: Volltextsuche über alle Bereiche (Stammdaten, Sortiment, Publikation)
  • Strukturspezifische Suche: Suche innerhalb des aktuell ausgewählten Strukturknotens
  • Ebenensicht-Suche: Filtern aller Objekte auf einer bestimmten Ebene unabhängig von der Struktur

Filterkriterien:

  • Objekt-ID oder Objektname
  • Attributwerte (z. B. „Produktgruppe = Kabel“)
  • Attributset-Zugehörigkeit
  • Status, Strukturzuordnung

Verwendungsnachweis:

  • Zeigt die Verlinkung eines Objekts in anderen Strukturen (z. B. Artikel in Sortiments- und Publikationsknoten)
  • Navigierbar per Mausklick
  • Unterstützt Analyse der Datenverwendung in Generatoren und Ausgabekanälen

Die Suche ist das zentrale Werkzeug zur effizienten Datenpflege, besonders bei Massendaten, komplexen Verknüpfungen oder der Qualitätssicherung.

Übersetzungen & Mehrsprachigkeit

mS3 PIM unterstützt die Pflege und Verwaltung von mehrsprachigen Produktinformationen. Attributwerte, Textkonserven und Mediendaten können sprachspezifisch hinterlegt werden.

Sprachkonfiguration:

  • Trennung von Inhalts- und Oberfläche-Sprache (Oberfläche z. B. auf Deutsch, Inhalte z. B. auf Englisch)
  • Sprachen werden zentral in der Systemverwaltung definiert
  • Sprachauswahl über Sprachmenü in der Toolbar

Pflege:

  • Sprachspezifische Attribute werden je Sprache gepflegt
  • Fehlende Übersetzungen werden visuell hervorgehoben
  • Kopierfunktionen zwischen Sprachen erleichtern die Bearbeitung

Integration von Übersetzungsdiensten:

  • Anbindung externer Übersetzungsdienste (z. B. DeepL)
  • Optional manuelle Nachbearbeitung oder Freigabe erforderlich

Export und Filterung:

  • Ausgabe je nach Zielkanal in definierter Sprache
  • Filterfunktionen zur Prüfung unvollständiger Übersetzungen

Die Mehrsprachigkeit ermöglicht den Einsatz des Systems in internationalen Organisationen und erhöht die Wiederverwendbarkeit der Inhalte über Landesgrenzen hinweg.

Export & Schnittstellen

Das mS3 PIM-System bietet umfassende Exportmöglichkeiten und Schnittstellen zur Integration in digitale Plattformen, ERP-Systeme, Webshops und Kataloge.

Exportformate:

  • XML, CSV, Excel: strukturierte Datenexporte für Produktdaten, Medien, Varianten etc.
  • BMEcat: Standardformat für den elektronischen Katalogaustausch (mit Klassifikationen wie ETIM, eCl@ss)
  • Indesign, PDF: für Kataloge, Print-Werke und Dokumentations- und Präsentationszwecke

Schnittstellen (Inbound/Outbound):

  • Import Center: konfigurierbarer Import von Stammdaten (ERP, Lieferantendaten)
  • Exportsteuerung: Filter, Sortierung, Auswahlkriterien pro Export definierbar
  • Generator-Jobs: zeitgesteuerte oder manuelle Ausführung

Publikationsschnittstellen:

  • mS3 Publish: direkte Anbindung für Print-Ausgabe über InDesign-Generator
  • Webschnittstellen: Anbindung an Webshops, Portale und PIM-Frontends via API oder FTP-Export
  • Standardklassifikationen: Export mit Einbindung von Warengruppen, Einheiten und Klassifikationssystemen (ETIM & eClass)

Übersicht & Verwaltung:

  • Exporte werden über den Verwaltungsbereich konfiguriert
  • Fehlerprotokolle und Statusübersichten unterstützen die Qualitätssicherung

Die hohe Flexibilität und Standardkonformität der Exportsysteme macht mS3 PIM zu einem leistungsfähigen Integrationspunkt für sämtliche Ausgabekanäle.

Benutzerverwaltung & Rechte

Die Benutzer- und Rechteverwaltung im mS3 PIM-System stellt sicher, dass Benutzer:innen nur Zugriff auf die Bereiche haben, die für ihre jeweilige Rolle erforderlich sind.

Benutzergruppen:

  • Benutzer werden Gruppen zugewiesen (z. B. „Redaktion“, „Übersetzer“, „Admin“)
  • Gruppen vererben ihre Rechte an die Mitglieder
  • Mehrfachzuweisungen sind möglich

Rechtestruktur:

  • Bereichbasiert: Rechte auf Sortimente, Publikationen, Stammdaten
  • Funktionsbasiert: Zugriff auf Import/Export, Generatoren, Verweise, Admin-Funktionen
  • Sprachrechte: Festlegung, welche Sprachen ein Benutzer bearbeiten darf

Verwaltung:

  • Benutzerverwaltung erfolgt über das gleichnamige Modul im Verwaltungsbereich

Die Rechteverwaltung sorgt für Sicherheit, Übersichtlichkeit und gezielte Steuerung von Arbeitsprozessen innerhalb größerer Teams.

Easy Drag & Drop zwischen Bereichen:

  • Durch Ziehen von Objekten aus der Stammdatenansicht oder Zwischenablage können diese direkt in die Sortiments- oder Publikationsstruktur eingefügt werden
  • Die Zielstruktur und die hinterlegte Ebenendefinition bestimmt, ob ein Objekt übernommen (Publikation) wird
  • Beim Loslassen öffnet sich je nach Attributsetkonzept (Teilattributsets: Nein; Single-Attributset: Ja) ein Dialog zur Auswahl von Attributset
  • Erhöht die Effizienz der Sortimentsbildung und reduziert Fehlbedienungen

Diese Funktion steht im grünen, gelben und roten Bereich zur Verfügung und unterstützt besonders bei umfangreichen Sortimentsstrukturen und Importszenarien.

Arbeiten mit Klassifikationen

MediaSolution3 bietet die Möglichkeit, auf komfortable Weise Klassifikationssysteme zu nutzen:

  • bei Importen (z. B. für Lieferantenimporte),
  • bei Exporten (z. B. für Datenlieferungen an Großhändler oder Kunden),
  • und auch bei der Datenpflege in mS3.

Was sind Klassifikationssysteme?

Klassifikatonssysteme (teilweise auch Taxonomien genannt) gibt es in unterschiedlichen Branchen, z. B. im Medizinbereich, in der Botanik usw. Wir beschäftigen uns hier auschließlich mit Produkt-Klassifikationen. Produkt-Klassifikationssysteme strukturieren ein breites Spektrum von unterschiedlichen Produktgruppen in eine Klassenhierarchie. Jeder Produktkategorie wird eine bestimmte Klasse zugeordnet. Bei vielen Klassifikationssystemen sind für jede Klasse eine Reihe von Attributen vordefiniert, um die Eigenschaften der Produkte dieser Klasse möglichst umfassend zu beschreiben. Einige Klassifikationssysteme definieren auch noch weitere Daten, z. B. die erlaubten Werte für Textattribute, die Attributtypen und Einheiten der Attribute usw. Alle Informationen in Produkt-Klassifkationssystemen werden mit einer klassifikationsspezifischen alphanumerischen Kodierung definiert. Gleichzeitig werden für jeden Code auch die zugehörigen Klartext-Übersetzungen in vielen Sprachen bereitgestellt . Unterschiedliche Klassifikationssysteme unterscheiden sich teilweise durch unterschiedliche Schwerpunkte der abgedeckten Produktbereiche, aber auch durch die Tiefe ihrer Klassifikationshierarchie und diverse weitere Eigenschaften.

Um dem rasanten technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, gibt es für die meisten Klassifikationssysteme jährlich oder 2-jährlich neue Versionen. Diese beinhalten regelmäßig neue Produktbereiche mit neuen Klassen, aber auch Erweiterungen und Änderungen der Attribute in bestehenden Klassen. Diese regelmäßigen Updates der Klassifikationen stellen durchaus eine Herausforderung für die Konsistenz der Datenpflege und -nutzung dar, werden aber durch mS3 intensiv unterstützt.

Die Ergänzungslizenz von mS3 unterstützt derzeit die weit verbreiteten Klassifikationssysteme ETIM und ECLASS voll umfänglich mit Attributzuordnungen, Wertelisten usw. auf der Basis der von den Klassifikationsorganisationen bereitgestellten Daten.
Kunden, die die Quelldaten eines dieser Klassifikationssysteme nutzen wollen, benötigen neben der Ergänzungslizenz von mS3 auch eine Mitgliedschaft/Nutzungslizenz der jeweiligen Klassifikationsorganisation.
Die reinen Klassenzuordnungen können natürlich jederzeit für alle beliebigen Klassifikationssysteme gepflegt werden. So bietet z. B. das international weit verbreitete Klassifikationssystem UNSPSC (United Nations Standard Products and Services Code) ebenfalls ein umfangreiches vierstufiges Klassifikationssystem (ähnlich wie ECLASS), stellt aber keine vordefinierten Attribute für die klassifizierten Produktbereiche bereit.

Die im DACH-Raum derzeit am meisten verbreiteten Klassifikationssysteme sind:

  • ETIM (Ursrünglicher Name: Elektrotechnisches Informationsmodell) hat seinen Ursprung und seinen Schwerpunkt in der Pflege elektrischer Komponenten und Geräte. Es deckt inzwischen aber auch viele weitere technische Bereiche ab, z. B. den Bereich SHK (Sanitär, Heizung, Klima) sowie Werkzeuge, Materialien, Schiffstechnik. In ETIM wurde auch das Klassifikationssystem ProfiClass integriert, das vor allem im Bereich Werkzeuge, Baumaterialen, Haustechnik verbreitet war.
  • ECLASS ist sicherlich das im DACH-Raum am weitesten verbreitete Klassifikationssystem mit einer sehr breiten Abdeckung unterschiedlichster Klassen, Sprachen und Attributen und einer 4-stufigen Klassenhierachie. Allerdings hat ECLASS im Vergleich zu ETIM weniger strenge Vorgaben bezüglich der Nutzung der definierten Attribute und Wertelisten.

Was ist das Ziel von Klassifikationssystemen?

  • standardisierte Erfassung von Produktdaten
  • einfacher Austausch von Produktdaten
  • Erleichterung bei der Beschaffung und dem Vergleich von Produkten (Stichwort „eProcurement“)
  • einfacherer Import von Hersteller- bzw. Lieferantendaten durch die Standardisierung

Hinweis
Wichtig ist auch eine klare Differenzierung zwischen Klassifikationssystemen und standardisierten Transportformaten, zu dem z. B. das meist genutzte xml-Format BMEcat gehört. Während das Klassifikationssystem die hierarchischen Produktgruppen-Strukturen (Klassenstrukturen)sowie die zu nutzenden Attribute definiert, dient ein Transportformat dazu, diese Informationen in (weitgehend) vordefinierter Weise struktiert von einem Sender zu einem Empfanger zu transportieren. Klassifizierte Daten können aber z. B. auch in mehreren abhängigen csv-Listen transferiert werden.

Vorteile von Klassifikationen

Für Hersteller:

  • Kennen die technischen Daten ihrer Produkte sehr genau, können dadurch meist auch einfach die Zuordnung zu den richtigen Klassen definieren.
  • Können durch die Nutzung von Klassifikationssystemen ihre Daten vollständig und strukturiert an ihre Kunden oder Händler weitergeben.
  • Wettbewerbsvorteile durch flexible Optionen und einfache Handhabung der Datenexporte.

Für Händler:

  • Bekommen in zunehmendem Umfang Daten ihrer Großhändler und Hersteller, teilweise in unterschiedlichsten Formaten, teilweise auch klassifiziert.
  • Können durch die Nutzung der Klassifizierungsoption in mS3 diese Daten relativ einfach und effizient importieren. Müssen sich dabei wenig um die Details der Klassifikationen kümmern.
  • Können somit die Vorgaben der Klassifizierungen auch für ihre eigene strukturierte Datenpflege nutzen und dadurch auch Pflegeressourcen einsparen.
  • Zusätzlich können sie dann die sauber strukturierten, klassifizierten Daten auch wieder auf Knopfdruck an ihre Kunden weitergeben, selbst wenn die Originaldaten von unterschiedlichen Lieferanten stammen.
  • Ein weiterer wichtiger Vorteil ist sicher auch die einfache und schnelle Verfügbarkeit der klassifizierten Daten in einer großen Anzahl von Sprachen.

Wie werden ETIM und ECLASS bei der Datenpflege in mS3 unterstützt?

Alle in einer KLassifikationsversion bereitgestellten Daten werden in einer spezifischen vorbereiteten Datenbank hinterlegt, die von mS3 genutzt wird. Details dazu siehe in einem nachfolgenden Abschnitt.
Der große Vorteil bei der Nutzung mit mS3 ist der hohe Automatisierungsgrad. Eine neue Klasse kann aus der Klassifizierungsdatenbank der jeweiligen Version praktisch auf Knopfdruck angelegt werden (Menü Attribute –> Neu).
Klasse auswählen durch Eingabe entweder der codierten Klassennummer oder der Bezeichnung oder eines Schlagworts zur Klasse (Tipp: Eingabe von Schlagwörtern immer im Singular).
Ggf. zeigt mS3 dann eine Liste von möglichen Treffern an. Die passende Klasse wird dann markiert. mS3 prüft automatisch im Hintergrund, ob diese Klasse schon existiert.
Wenn die Klasse noch nicht existiert, wird sie

  • als Attributeset des Type der Klassifikationsversion angelegt,
  • alle zugehörigen Attribute bei Bedarf neu angelegt und dem Attributset in der vorgegebenen Reihenfolge zugeordnet (schon bestehende Attribute natürlich ebenfalls), alle sprachabhängigen Bezeichnungen der ausgewählten Sprachen aus der Klassifikation werden dabei dem Attribut automatisch zugeordnet,
  • (eine in der Klassifikation vordefinierte Einheit wird dem Attribut ebenfalls zugeordnet, ggf. auch neu angelegt - in einer der nächsten Versionen),
  • wenn ein Textattribut lt. der Klassifikation zusätzliche Textkonservenwerte braucht, werden diese ebenfalls neu angelegt (ebenfalls in allen in der Datenbank hinterlegten Sprachen) und ggf. einem neuen Textkonserventyp zugeordnet. Zukünftig soll sogar eine Filterung der relevanten Auswahllistenwerte pro Klasse eingebaut werden - relevant primär für ETIM, da hier die erlaubten Auswahlwerte eines Attributs von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein können.
  • Zusätzlich wird im neu angelegten Attributset noch eine Kategorisierung (mit dem Typ der jeweiligen Klassifikationsversion) neu erstellt (als Basis für klassifizierte Exporte).

Derselbe Automatik-Mechanismus passiert übrigens auch dann, wenn bei Datenimporten Produkte mit neuen, bisher noch nicht in mS3 vorhandenen Klassen importiert werden sollen. Bei entsprechender Konfiguration werden ebenfalls alle zusätzlich benötigten Klassen und Attribute im Hintergrund neu angelegt - ein großer Effizienzvorteil für die Nutzer!

Der Vorteil für die Nutzer:
Sie können ohne großen Zusatzaufwand die Klassifikationen nutzen und haben alle Vorgaben der Klassifikation im direkten Zugriff.

Und wie erhalten nun die Artikel in mS3 die passenden Klassen zugeordnet?

  • Bei klassifizierten Importen mit dem mS3 ImportCenter: komplett vollautomatisch im Zuge der oben beschriebenen Importzuordnung
  • bei bereits bestehenden Artikeln: hier muss durch eine Recherche oder durch Eingabe von vermuteten Keywords zuerst die passende Klasse gefunden werden. Die Zuordnung kann dann für einen oder für viele Artikel gleichzeitig erfolgen durch Zuweisung des Attributsets der passenden Klasse bzw. Klassifikationsversion, da die Attribustsets benannt sind wie die Klassen.

Praktischer Hinweis (Vorschlag zur Konfiguration und Nutzung)

Bei allen bisherigen Kundeninstallationen wurden die codierten Informationen der Klassifikation in einer zusätzlichen Sprache hinterlegt, in der Regel in der Sprache 5 (im Standard spanisch, sofern diese nicht benötigt wird).
Vorteile dieser Konstellation:
in der zusätzlichen Sprache können die Klassifikationsdaten leichter kontrolliert und ggf. ergänzt werden.
Gleichzeitig können dadurch die Datenexporte flexibler gemacht werden: Wahlweise können dann die Daten durch Export in der “Klassifikationssprache” mit den kodierten Werten exportiert werden (mit Einstellungsmöglichkeit einer Ersatzsprache, z. B. deutsch, wo keine Klassifikationsdaten existieren), oder in einer der „normalen“ Sprachen. Wenn die Sprache 5 als Spanisch benötigt wird, kann für die kodierten Klassifikationsinformationen auch eine beliebige andere Sprache definiert werden. Wenn alle 5 Standardsprachen von mS3 schon genutzt werden, kann durch unseren Support jederzeit eine zusätzliche Sprache in mS3 hinzugefügt werden.

Hinweis: Wenn dieser Ansatz „Klassifikationsdaten als Sprache“ genutzt wird, müssen z. B. alle Textkonserven und auch die Einheiten ebenfalls sprachabhängig angelegt werden. In der “Klassifikationssprache” werden dann die vordefinierten Kodierungen für die Attribute, Einheiten, Textkonserven der Werte hinterlegt.

Vorbereitung der Daten

Für die Nutzung von Klassifikationen mit mS3 wird eine Zusatzlizenz (pro Klassifikationssystem) benötigt. Zusätzlich noch die Mitgliedschaft bzw. Nutzungslizenz der jeweiligen Klassifikatonsorganisation. Diese muss der Kunde selbst beschaffen.

Als Vorbereitung für die Nutzung einer Klassifikation wird (typischerweise durch den Goodson Support) eine spezifische Klassifikations-Datenbank pro Klassifikationssystem und Version vorbereitet (sqlite-DB): sie speichert alle Klassen, Attributzuordnungen und Kodierungen dieser Klassifikationsversion in allen benötigten Sprachen, sowie Auswahllisten für Textattribute.

Basis der Daten

Ausgangspunkt für die Erstellung der mS3-Klassifikationsdatenbank sind die Original-Klassifikationsdaten im Format csv in allen benötigten Sprachen. In diesem Format sind pro Klassifikation 8 (bzw. 9 Dateien (bei ETIM-10) miteinander verknüpfte csv-Dateien enthalten. Die jeweiligen Inhalte sind durch ihre Namensgebung erkennbar. Andere Formate der Klassifikationsdaten werden derzeit nicht unterstützt.
Die Erstellung dieser Datenbanken geschieht mit einem eigenen ms3-Zusatztool Tool “Goodson.ClassificationImport” (im Standard-Installationsverzeichnis von mS3 im Unterverzeichnis NetCoreApps. Der Import mehrerer Klassifikationssprachen erfolgt nacheinander mit jeweils getrennten Aufrufen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass mit der “Hauptsprache” bzw. umfangreichsten Sprache begonnen wird. Jede Klassifikations-DB wird durch das Tool automatisch im Standardpfad “C:\ProgramData\mediaSolution3\PIM\Classification” abgelegt (eine eigene DB pro Klassifikationsversion, die im Namen der DB ersichtlich ist).

Wenn eine Sprache für die codierten Werte genutzt werden soll, muss diese in der Tabelle Customizable Settings eingestellt sein. Im Auslieferungsstandard ist hier die Sprache mit der Language-ID 5 (normalerweise Spanisch) eingetragen

In der Regel werden diese Vorbereitungen vom Goodson Support durchgeführt und die Klassifikation anschließend beim Kunde installiert.

Nach der Erstellung einer neuen Klassifikations-DB ist ein Neustart von mS3 PIM erforderlich. im Anschluss müssen noch einige Ergänzungen im Bereich der Verwaltung eingestellt werden, um die neue Datenbank für mS3 anwendbar zu machen.

Ereignisbasierte Aktionen (EbA)

Mit den Ereignisbasierten Aktionen kann man im mS3 PIM flexibel und komplett über eine intuitive Oberflache automatisierte Arbeitsworkflows definieren. Diese basieren auf Ereignisse im PIM wie das Erstellen eines neuen Objektes oder Attribut-Werts. Hierbei helfen umfangreiche Ereignis-Einstellungen um genau auf das gewünschten Ergebnis zu kommen.

Wenn ein Ereignis eintritt, kommt das Aktions-Script zum Tragen. Diese einfache Skriptsprache (basierend auf Lua) ermöglicht eine umfangreiche Umsetzung von PIM Aktionen wie z.B. Aktualisieren von Werten oder Verknüpfen von Textkonserven.

Aktion Script

Zugriff auf einzelne Objekt-Daten

Mit PIM.EventDataCollection:List() kann über alle erfassten Objekte iteriert werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn man gezielt einzelne Objektwerte auslesen oder verändern möchte:


for pimObject in Each(PIM.EventDataCollection:List()) do

    local wert1 = PIM:Object(pimObject):GetAttributeValue("Art_Ref_Nummer", "")

    local wert2 = PIM:Object(pimObject):GetAttributeValue("BN", "")

    PIM:Object(pimObject):SetTextValue("Nr, Code", "", wert1 .. "  " .. wert2)

end

Zum Zusammenfassen von Textwerten wird im Lua-Code der Operator .. verwendet.

Das Attribut Nr, Code wird im nächste Beispiel nur gesetzt, wenn der Wert von Art_Ref_Nummer gleich 5 ist.


for pimObject in Each(PIM.EventDataCollection:List()) do

    local wert1 = PIM:Object(pimObject):GetAttributeValue("Art_Ref_Nummer", "")

    local wert2 = PIM:Object(pimObject):GetAttributeValue("BN", "")

    if wert1 == "5" then

        PIM:Object(pimObject):SetTextValue("Nr, Code", "", wert1 .. "  " .. wert2)

    end

end

Bei diesem  Beispiel  wird der gesamte Attributwert geprüft. Wenn im Attributwert gezielt nach einer “5” im Attributwert gesucht werden soll, kann folgender Lua-Code verwendet werden: Wenn bei GetAttributeValue ein Leerwert (“”) für die Sprache angegeben wird, wird bei sprachabhängigen Werten standardmäßig Sprache 2 (in der Regel Deutsch) verwendet.


for pimObject in Each(PIM.EventDataCollection:List()) do

    local wert1 = PIM:Object(pimObject):GetAttributeValue("Untertitel", "de")

  

    if string.find(wert1, "5") then

        PIM:Print("Gefunden!")

        PIM:Modul(PIM.EventDataCollection):Start("SpecialWorkflow")

    else

        PIM:Print("Nicht gefunden.")

    end

end

Im Gegensatz dazu bieten die Bulk-Operationen eine einfache Möglichkeit, Attributwerte für alle Objekte gleichzeitig zu setzen:

Bulk-Attributänderungen


PIM:Object(PIM.EventDataCollection):SetTextValue('attributename', 'de', 'text attribut wert')

PIM:Object(PIM.EventDataCollection):SetTextValue('attributename', 'de', [[<p>Formatierter  Text <b>Fett,</b><i>Kursiv</i></p>

            <p>Absatz Zwei</p>

            <ul>

                <li>Liste 1</li>

                <li>Liste 2</li>

                <li>Liste 3</li>

            </ul>]])

PIM:Object(PIM.EventDataCollection):SetIntegerValue('attributename', 'en', 2025)

PIM:Object(PIM.EventDataCollection):SetFloatValue('attributename', '', 2025.22)

PIM:Object(PIM.EventDataCollection):SetTextconserve('attributename', 'textconserveGroupKey')

  • SetTextValue: Setzt einen Textwert. Ein  einzeiliger Text muss in Anführungszeichen angegeben werden – entweder ' oder ". Diese dürfen jedoch nicht gemischt verwendet werden. Zum Beispiel ist "falsch' nicht erlaubt. Falls im Text ein Anführungszeichen vorkommt, muss es mit einem Backslash escaped werden – also ' oder ".

Beispiel: ‘Test's’ oder “Ein "Zitat" im Text”.

  •  Ein Mehrzeiliger Text kann mit [[  ]] angegeben werden.
  • SetIntegerValue: Setzt einen ganzzahligen Wert. Der Wert muss in Anführungszeichen stehen.
  • SetFloatValue: Setzt einen numerischen (Fließkomma-)Wert. Bitte das englische Zahlenformat verwenden – ohne Tausendertrennzeichen und mit Punkt statt Komma (z. B. 1234.56).
  • SetTextconserve: Setzt einen Textwert aus einer Textkonserven-Gruppe. Den entsprechenden textconserveGroupKey findest du in der Textkonserven-Liste in der Spalte Gruppen-ID.

Hinweise

  • Für gezielte Attributanpassungen empfiehlt sich die Nutzung von PIM.EventDataCollection:List().
  • Sprachcodes wie “de”, “en” usw. müssen gemäß den Sprachdefinitionen im System verwendet werden.
  • Bei Sprachangabe "" wird der Attributwert für alle Sprachen bzw. den neutralen Wert gesetzt.
  • Technische Bezeichnungen aus dem vorhergehenden Lua Script sind keine Namen, sondern lediglich technische Kenner. Im schriftlichen sowie verbalen Sprachgebrauch wird jeweils der gängige deutsche Begriff verwendet. Beispielsweise wird in der Kommunikation “Textkonserve” statt “Textconserve” verwendet.

Module starten


PIM:Modul(PIM.EventDataCollection):Start('moduleName')

Startet ein Modul für alle im Kontext befindlichen Objekte.

Externe Prozesse starten

Mit dieser Funktion können vordefinierte Windows-Prozesse (Programme) ausgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen sind nur Programme im folgenden Verzeichnis zulässig:

C:\ProgramData\mediaSolution3\PIM\EbAScriptProcess

Bitte zuerst den Ordner erstellen, wenn er nicht existiert. Sie können in diesem Ordner beliebig viele Unterverzeichnisse anlegen. Der WorkingPath (erster Parameter von Start und StartAndWait) muss den vollständigen Pfad zum Ordner der ausführbaren Datei enthalten.

Fire-and-Forget

Startet einen Prozess, ohne auf dessen Ende zu warten. Ideal für asynchrone Aufgaben:


PIM:Process(PIM.EventDataCollection):Start(

   [[C:\ProgramData\mediaSolution3\PIM\EbAScriptProcess\NotificationApp]],

  'Notification.exe',

  '-e "info@example.com" -s "Test" -b "Daten sind ok."'

)

Damit man Backslashes nicht escapen muss, verwenden wir Long-Bracket-Strings [[ … ]].

Start-and-Wait

Startet einen Prozess und hält die Ausführung an, bis er beendet ist.

Vorsicht: Da ereignisbasierte Aktionen sequenziell abgearbeitet werden, kann dieser Aufruf bei lang laufenden Prozessen die Queue verlangsamen.


local ausgabe = PIM:Process(PIM.EventDataCollection):StartAndWait(

   [[C:\ProgramData\mediaSolution3\PIM\EbAScriptProcess\Importer]],

  'SpecialImport.exe',

  'parameter'

)

Die Variable ausgabe enthält anschließend den kompletten Standard- und Error-Output des Prozesses.